Alpen

Kapelle Alp «Iwi», Giswil

An der Freiteilversammlung vom 7. Januar 1955 wurde dem Antrag des Freiteilrates für den Bau einer freiteileigenen Kapelle auf Alp Iwi nicht entsprochen. Die Rückweisung wurde jedoch mit dem Auftrag verbunden, eine private «Kapellen-Stiftung» zu ermöglichen. Am 17. Juli 1955 unterbreitete der Freiteilrat der Freiteilversammlung die geforderte Stiftungsurkunde und beantragte einen Baubeitrag von CHF 5‘000.00 und die unentgeltliche Abgabe des Bodens. Der Antrag wurde mit 19 zu 1 Stimmen angenommen. Die Bürgergemeinde Giswil stiftete freundnachbarlich CHF 2’000.00 an den Kapellenbau.

Im August 1955 wurde mit dem Bau begonnen. 120 Tonnen Baumaterial mussten vom Tal über den alten Karrenweg zur IWI befördert werden. Die Gesamtbaukosten des Kapellenbaus beliefen sich auf CHF 31’500.00. Sammlungen und Spenden ergaben einen Beitrag von CHF 29'300.00. Die ungedeckte Restschuld von CHF 2'200.00 übernahm die Korporation Freiteil. Am 22. Juni 1956 konnte die prächtig gelungene und gelegene IWI-Kapelle mit Blick auf das ganze Sarneraatal feierlich eingeweiht werden. Am 19. Mai 1956, kurz vor Bauvollendung, wurde die Stiftungsurkunde der «Römisch-Katholischen Kapellen-Stiftung auf Alp Iwi» unterzeichnet. Eine Gedenktafel bei der Kapelle erinnert an die Initianten und Erbauer Louis Seiler, Edy Imfeld und Alois Stockmann.

Auszug aus der Stiftungsurkunde

  • Die Kapelle ist der Mutter Gottes, dem Hl. Bruder Klaus und dem Hl. Wendelin geweiht.
  • Aufsicht und Verantwortung für Gottesdienst und Pastoration obliegen dem Pfarramt Sarnen.
  • Sitz der Stiftung ist in Sarnen.
  • Sofern der Kapellenfonds nicht ausreicht, haftet die Korporation Freiteil für den Unterhalt der Kapelle und die Auslagen zur Abhaltung des Gottesdienstes.
  • Der Stiftungsrat besteht aus drei Mitgliedern. Er wird vom Freiteilrat gewählt und ist vom Pfarramt Sarnen zu genehmigen.
  • Das Kirchweihfest (IWI-Kilbi) ist am 15. August (Maria Himmelfahrt) zu feiern.

Stiftungsrat

  • Peter Seiler, Sarnen Stiftungsratspräsident, seit 2016
  • Monika Imfeld-Buchegger, Sarnen, Kapellenvogt, seit 1999
  • Camille Stockmann, Sarnen, Stiftungsrätin, seit 2017

Freiteilhütte, Melchsee-Frutt

Der Bau dieser Alphütte wurde im Jahre 1895 von der Korporation Freiteil beschlossen. Er ersetzte die alte Freiteilhütte aus dem Jahre 1413 die zu einer Ruine verkommen war. Das Baujahr 1413 ist auf einem Mauerstein bezeugt, der im Milchhaus in der neuen Hütte eingemauert ist. Das Bauholz gab die Gemeinde Kerns in der „Cheselen“ zum Preis von 35 Rappen je Kubikmeter her. Die Fuhren und das Sagen musste die Korporation Freiteil übernehmen. Die Baukosten beliefen sich 1895 auf CHF 7'440.00.

Im Jahre 1975 erfolgten ein Ausbau des Jauchekastens, der Einbau einer WC-Anlage, eine Verbesserung der Feuergrube und der Kücheneinrichtung, eine Ergänzung des Wohnungsteils (Lauben) und Sanierungen am Eternitdach und am Mauerwerk. Während des Sommerhalbjahres ist die Hütte landwirtschaftlich verpachtet und im Winterhalbjahr vermietet.

Alp «Iwi», Giswil

Die heutige Alp „IWI“ gründet im Zukauf von 7 Alpgütern zuoberst im IWI in den Jahren 1911 bis 1913. Aus den Akten ist nicht ersichtlich, von welcher Seite aus 1911 die Anregung für ein Verkaufs- oder Kaufsangebot der Berggüter IWI erfolgte. Tatsache ist, dass sich die IWI-Güter damals grösstenteils in Bezug auf Bodenbeschaffenheit, Alphütten und Stallungen in einem unwirtschaftlichen Zustand befanden. Man kann nur vermuten, dass ein IWI-Berggutbesitzer gegenüber der Korporation Freiteil eine Verkaufsabsicht äusserte. So ist es verständlich, dass in kurzer Zeit vom 24. April 1911 bis 13. Dezember 1911 der Kauf von 5 IWI-Berggütern verschiedener Eigentümer durch die Korporation Freiteil möglich wurde. Die zwei letzten Kaufverträge für 2 Berggüter Schälf, konnten erst 1913 mit CHF 10'000.00 und mit der Abtretung von 2 Freiteil Allmendteilen anschliessend an die Liegenschaft Feldheim, Sarnen, getätigt werden. Insgesamt betrug die Gesamtfläche der nunmehr arrondierten Freiteilalp IWI 377’880 m² und die Gesamterwerbssumme belief sich auf CHF 57’500.00.

Für die Korporation Freiteil ergaben sich in der Folge erhebliche Folgekosten. Weite Teile der Alp mussten entwässert und neu angesät werden. Die alten Ställe wurden abgerissen und durch einen grossen neuzeitlichen Stall ersetzt. Die Sennerei wurde zeitgemäss umgebaut und das Haus mit einer Älplerwohnung ergänzt. Auch die Zufahrt zur Alp musste erneuert werden. Der Alpbetrieb mit der Käserei und Schweinmast wurde während vieler Jahre auf eigene Rechnung geführt oder einem Älpler in Pacht übergeben. Seit 2004 ist die Alp verpachtet.

Ferienhäuser Alp «Iwi»

Auf den in den Jahren 1911 bis 1913 erworbenen 7 Alpgütern standen bescheidene Unterkünfte für die Älpler. Mit der Arrondierung der Grundstücke zu einer Alp und dem Neubau des Alpstalles wurden diese Alphüttli zu einfachen Ferienhäuschen umgebaut. Im Jahre 1971 folgte noch der Bau des Doppelhauses «Blackvogel», so dass sich heute 8 Mieter an diesen traumhaft schön gelegenen Ferienhäuschen erfreuen können.

Alp «Zimmertal», Sarnen

Diese Liegenschaft, etwas oberhalb Sarnen gelegen, umfasst einen Stall und ca. 58 ha Wiesland und Wald. Davon dient eine Fläche von ca. 12 ha einem Pächter als landwirtschaftliche Existenz. Die übrigen kleineren Landparzellen sind an diverse Nutzer verpachtet.